Auf den Punkt: Meta ist bei KI-Kapazitäten von Googles Gemini abhängig, obwohl der Facebook-Mutterkonzern eigene Sprachmodelle entwickelt, und leidet unter Drosselungen durch globale Rechenressourcen-Engpässe.
Google hat den Zugriff von Meta auf seine Gemini-Modelle seit März 2026 aufgrund der weltweit hohen Nachfrage nach Rechenleistung gedrosselt. Meta nutzte die Google-Systeme intern für kritische Funktionen wie Kundenservice und Betrugserkennung — obwohl der Konzern parallel Milliarden in eigene Llama-Modelle investiert.
Google informierte Meta um März 2026 herum, dass die bereitgestellten Kapazitäten für Gemini aufgrund extremer Nachfrage nach Rechenleistung reduziert werden. Diese Drosselung bleibt bestehen und führt zu Verzögerungen sowie Störungen bei internen KI-Projekten von Meta. Das Management wies die Belegschaft daraufhin an, Token — die verarbeiteten Dateneinheiten — sparsamer einzusetzen.
Meta setzte Googles Gemini-Modelle für Kundenservice, Werbekunden-Chatbots, Programmieraufgaben, Betrugserkennung und die Filterung schädlicher Inhalte ein. Die höhere Leistungsfähigkeit von Gemini im Vergleich zu Metas eigenen Llama-Modellen war der Grund für diese Nutzung. Neben Google greift Meta auch auf Modelle von Anthropic zu. Weil Meta im Unterschied zu Google, Microsoft oder Amazon keine eigene Cloud-Infrastruktur betreibt, ist der Konzern auf externe Kapazitäten angewiesen.
Der Engpass betrifft auch andere Google-Cloud-Kunden, allerdings in geringerem Umfang. Im letzten Quartal verarbeiteten Googles Modelle über die API mehr als 16 Milliarden Token pro Minute — ein Anstieg von 60 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Der Auftragsbestand von Google Cloud wuchs auf über 460 Milliarden US-Dollar. Die Nachfrage nach Rechenleistung wächst schneller, als neue Rechenzentren entstehen können.
Meta versucht langfristig, diese Abhängigkeit durch den Ausbau eigener Rechenzentren und die Entwicklung spezialisierter MTIA-Beschleunigerchips in Zusammenarbeit mit Broadcom zu verringern.
Quelle: www.it-daily.net · Erschienen 30. Juni 2026
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