Auf den Punkt: Deutsche Unternehmen erleiden finanzielle Schäden durch Cyberangriffe oft am selben Tag, während die Wiederherstellung Tage dauert – doch Cybersecurity bleibt überwiegend eine IT-Aufgabe statt Top-Management-Priorität.
Eine Studie von HarfangLab zeigt: 47 Prozent der deutschen Führungskräfte erwarten finanzielle Schäden durch Cyberangriffe noch am selben Arbeitstag, während die Wiederherstellung des Normalbetriebs durchschnittlich 3,53 Tage dauert.
Das europäische Cybersicherheitsunternehmen HarfangLab befragte gemeinsam mit Sapio Research im April 2026 insgesamt 750 Führungskräfte aus Unternehmen mit mindestens 250 Beschäftigten in sechs europäischen Ländern, darunter 150 aus Deutschland. Die Ergebnisse verdeutlichen die Geschwindigkeit von Cyberangriffsfolgen: 73 Prozent der befragten Führungskräfte rechnen damit, dass ein schwerwiegender Cybervorfall den Geschäftsbetrieb oder Umsatz erheblich beeinträchtigt, wobei zehn Prozent sogar mit Schäden innerhalb weniger Stunden rechnen.
Das Ausmaß der finanziellen Auswirkungen ist erheblich. Fast jedes vierte Unternehmen (24 Prozent) erwartet bei einem 24-stündigen Ausfall kritischer Systeme Umsatzeinbußen von mindestens 16 Prozent des Tagesumsatzes, fünf Prozent sogar über 25 Prozent. Dieses Risikobewusstsein spiegelt sich auch in der Gesamtrisikobewertung wider: Cyberangriffe zählen gemeinsam mit geopolitischer Unsicherheit zu den größten Bedrohungen für die Geschäftskontinuität, gefolgt von Fachkräftemangel, Abhängigkeit von außereuropäischen Technologieanbietern und unkontrolliertem KI-Einsatz.
Trotz dieses bekannten Risikos wird Cybersicherheit in vielen Organisationen noch vorwiegend als technisches Problem behandelt. 51 Prozent der Befragten bestätigen, dass Cybersecurity in ihrer Organisation keine gemeinsame Verantwortung der Führungsebene ist. Bei der Zuständigkeitsfrage dominiert die IT: 33 Prozent sehen den CIO oder die IT-Leitung verantwortlich, 27 Prozent den CISO und nur 25 Prozent den CEO. Nur 19 Prozent geben an, dass Geschäftskontinuität und schnelle Wiederherstellung aktuell im Mittelpunkt ihrer Sicherheitsstrategie stehen.
Die regulatorische Verantwortung verstärkt den persönlichen Druck auf Manager erheblich. Sieben von zehn deutschen Führungskräften (70 Prozent) sagen, dass Cybersecurity-Regulierung die Rechenschaftspflicht von Vorstand und Geschäftsführung erhöht. 57 Prozent sind persönlich besorgt, für einen schwerwiegenden Vorfall haftbar gemacht zu werden. Parallel dazu berichten 57 Prozent der Befragten, häufig nicht genau zu verstehen, was Regulierungsvorgaben konkret verlangen, und 52 Prozent empfinden das Tempo regulatorischer Veränderungen als kaum bewältigbar. 63 Prozent europäischer Führungskräfte sehen europäische Cybersecurity- und Datenschutzregulierung jedoch grundsätzlich als Wettbewerbsvorteil.
Quelle: www.it-daily.net · Erschienen 22. Juni 2026
Lumi AI News — KI-assistierte Kuratierung gemaess Art. 50 EU AI Act. Paraphrase und Klassifikation durch Lumi News Pipeline v1.7.1.