Zum Inhalt springen

Privileged Access Management: Sicherung von Administratorkonten gegen Cyberangriffe

Auf den Punkt: PAM ist ein Cybersecurity-Framework zur strikten Sicherung, Kontrolle und Auditierung von administrativen Zugriffen, das sich vom klassischen Identity and Access Management unterscheidet.

Privilegierte Konten von Administratoren und Systemdiensten sind die bevorzugten Ziele von Cyberkriminellen. Privileged Access Management (PAM) schützt diese sensiblen Zugriffsrechte durch technische und organisatorische Kontrollen.

Während traditionelle Verteidigungsmaßnahmen sich auf die Absicherung regulärer Mitarbeiterkonten gegen Phishing und Schadsoftware konzentrieren, richten sich die verheerendsten Cyberangriffe auf eine andere Kategorie von Identitäten: privilegierte Konten. Administratoren, Systemarchitekten, Datenbankentwickler und automatisierte Systemdienste verfügen über Zugriffsrechte, die es ihnen erlauben, Sicherheitsbarrieren zu deaktivieren, Benutzerdaten auszulesen, Infrastrukturen zu löschen oder Softwarecode im gesamten Netzwerk zu verteilen. Erlangen Cyberkriminelle Kontrolle über ein solches Konto, agieren sie mit den Rechten eines legitimen Administrators — herkömmliche Sicherheitswerkzeuge versagen dann, da der Angreifer nicht als Anomalie erkannt wird.

Privileged Access Management (PAM) ist ein umfassendes Cybersecurity-Framework aus Technologien, organisatorischen Prozessen und Richtlinien, um privilegierte Zugriffe zu sichern, zu kontrollieren, zu automatisieren und zu auditieren. Es unterscheidet sich grundlegend vom klassischen Identity and Access Management (IAM): Während IAM den gesamten Lebenszyklus aller Mitarbeiterkonten verwaltet — von der Erstellung beim Onboarding bis zu Passwort-Resets —, setzt PAM exklusiv auf der Spitze der Berechtigungspyramide an. Ein typischer Administrator besitzt ein normales IAM-Konto für E-Mail-Kommunikation und ein separates, durch PAM geschütztes Privilegien-Konto für die Serververwaltung. PAM greift genau an der Schnittstelle ein, an der hohe Risiken für die Systemintegrität entstehen.

Eine moderne PAM-Infrastruktur ruht auf drei technologischen Säulen. Der Enterprise Password Vault ist ein hochsicherer, verschlüsselter zentraler Tresor, in dem Passwörter, SSH-Schlüssel und API-Tokens aller administrativen Konten gespeichert werden. Die tatsächlichen Passwörter sind dem Administrator in der Regel nicht bekannt — das PAM-System generiert nach jedem Zugriff automatisch komplexe Zeichenketten und rotiert diese in festen Zyklen. Die zweite Säule ist das Privileged Session Management, das Proxy-Architekturen wie Jump Server oder Bastion Hosts nutzt: Der Administrator verbindet sich nicht direkt mit dem Zielserver, sondern meldet sich am PAM-Sitzungsmanager an, der anschließend eine isolierte Verbindung bereitstellt und den gesamten Zugriff transparente protokolliert und überwacht.


Quelle: www.it-daily.net · Erschienen 30. Juni 2026
Lumi AI News — KI-assistierte Kuratierung gemaess Art. 50 EU AI Act. Paraphrase und Klassifikation durch Lumi News Pipeline v1.7.2.

Share on: