Zum Inhalt springen

KI-Investitionen wachsen schneller als Governance-Strukturen

Auf den Punkt: Nur ein Drittel der IT-Asset-Management-Teams kann Kosten und Nutzen von KI-Projekten belastbar nachvollziehen, während über 50 Prozent über KI-Ausgaben ohne messbaren Mehrwert berichten.

Laut dem State of ITAM Report 2026 von Flexera investieren Unternehmen massiv in KI-Lösungen, verfügen aber selten über transparente Kostenerfassung und Governance-Prozesse. Dies führt zu Budgetüberläufern und schwer messbarem Return on Investment.

Der Flexera State of ITAM Report 2026 dokumentiert ein systematisches Problem in der KI-Verwaltung: Während KI für Unternehmen zur prioritären IT-Investition wird, werden KI-Ausgaben typischerweise nicht separat ausgewiesen, sondern bestehenden Softwarebudgets zugerechnet. Dies erschwert die Bewertung des wirtschaftlichen Nutzens erheblich und macht es fast unmöglich, den Return on Investment von KI-Projekten zu bestimmen.

Etwa die Hälfte der befragten Unternehmen verfolgt die Nutzung von KI-Anwendungen und passt Verträge an. Nur etwa ein Drittel der IT-Asset-Management-Teams verfügt jedoch über belastbare Daten zur tatsächlichen Kostenlage. Über 50 Prozent der IT-Verantwortlichen berichten von steigenden KI-Ausgaben für Lösungen ohne messbaren Mehrwert – darunter ungenutzte Lizenzen, überdimensionierte Modelle oder Pilotprojekte, die nie produktiv gingen.

Die Komplexität wächst dadurch, dass KI keine isolierte Technologie mehr ist, sondern Cloud-Plattformen, SaaS-Lösungen, Rechenzentren und Endgeräte durchzieht. Neue Ebenen wie KI-Modelle, Agentensysteme und spezialisierte Datenplattformen entstehen parallel. Nur noch 36 Prozent der Unternehmen berichten über eine umfassende Übersicht ihrer gesamten IT-Assets – ein deutlicher Rückgang der Transparenz.

Parallel wird IT-Asset-Management durch Software-Audits erheblich belastet: Fast ein Viertel der Arbeitszeit von IT-AM-Teams fließt in interne und externe Prüfungen. Fast jedes zweite Unternehmen wurde im vergangenen Jahr von Softwareanbietern auditiert, insbesondere von Microsoft, Oracle und in Europa auch SAP. 44 Prozent der Unternehmen gaben für Software-Audits und resultierende Maßnahmen in den letzten drei Jahren mehr als eine Million US-Dollar aus.

Für CDOs liegt die strategische Anforderung klar: KI muss in etablierte Governance-, Kosten- und Optimierungsprozesse integriert werden – nicht erst nachträglich, sondern von Anfang an. Das Muster zeigt sich bei jeder neuen Technologie: Geschwindigkeit schlägt zunächst Kontrolle, später werden Transparenz und Struktur teuer nachgelagert.


Quelle: www.it-daily.net · Erschienen 30. Juni 2026
Lumi AI News — KI-assistierte Kuratierung gemaess Art. 50 EU AI Act. Paraphrase und Klassifikation durch Lumi News Pipeline v1.7.2.

Share on: