Zum Inhalt springen

Zahlungsprozesse als Angriffsziel: Prozessmanipulation statt Softwareexploits

Auf den Punkt: Angriffe auf Zahlungssysteme erfolgen überwiegend durch Prozessmanipulation und Social Engineering statt über Softwareexploits.

Digitale Zahlungsprozesse sind ein bevorzugtes Angriffsziel für Cyberkriminelle, die dabei häufig nicht auf technische Exploits, sondern auf manipulierte Zahlungsaufforderungen und Prozessmanipulation setzen. CISOs müssen diese Schwachstellen kennen, um wirksam gegenzusteuern.

Zahlungssysteme zählen zur kritischen IT-Infrastruktur moderner Unternehmen. Sie sind fest in operative Abläufe integriert und damit regelmäßig Ziel von Angriffen. Im Unterschied zu klassischen Cyberangriffen, die auf technische Sicherheitslücken zielen, nutzen Angreifer bei Zahlungsprozessen vermehrt organisatorische und menschliche Schwachstellen.

Die häufigsten Angriffsszenarien sind manipulierte Zahlungsaufforderungen, Umleitung von Zahlungsflüssen durch Prozessmanipulation und Ausnutzung etablierter Routinen und Vertrauensstrukturen. Diese Angriffe erfolgen oft im Rahmen von Business Email Compromise (BEC) oder ähnlichen Social-Engineering-Kampagnen, die gezielt Zahlungsfreigabe-Prozesse unterwandern.

Für CISOs ist eine systematische Analyse der eigenen Zahlungs-IT notwendig: Wo sind Zahlungsanträge noch händisch freigegeben? Welche Schnittstellen zwischen Systemen sind schwach authentifiziert? Wie werden Zahlungsanfragen auf Echtheit überprüft? Nur durch die Identifikation dieser kritischen Punkte lassen sich zielgerichtete Schutzmaßnahmen implementieren – von Multi-Faktor-Authentifizierung bei Freigaben über technische Validierung von Kontoverbindungen bis hin zu erhöhter Anomalieerkennung in Zahlungsströmen.


Quelle: itwelt.at · Erschienen 30. Juni 2026
Lumi AI News — KI-assistierte Kuratierung gemaess Art. 50 EU AI Act. Paraphrase und Klassifikation durch Lumi News Pipeline v1.7.2.

Share on: