Auf den Punkt: Anthropic wirft Alibaba vor, Claude-Outputs für das Training eigener Modelle verwendet zu haben, und bittet die US-Regierung um Unterstützung gegen derartige Nutzungsverstöße.
Anthropic hat Alibaba beschuldigt, Claude-Modelle zur Erzeugung von Trainingsdaten für eigene KI-Systeme genutzt zu haben, ohne die Nutzungsbedingungen einzuhalten. Das Unternehmen fordert die US-Regierung auf, gegen solche Verstöße vorzugehen.
Anthropic hat öffentlich gemacht, dass der chinesische Technologiekonzern Alibaba seine Claude-Modelle auf eine Weise genutzt hat, die gegen die Nutzungsbedingungen verstößt. Konkret wird Alibaba vorgeworfen, Outputs von Claude-Systemen als Trainingsdaten für eigene KI-Modelle verwendet zu haben – ein Verfahren, das im Machine Learning als Destillation bekannt ist.
Diese Praktik stellt für KI-Hersteller ein substantielles Geschäftsrisiko dar. Durch systematische Destillation können Merkmale und Verhaltensweisen von proprietären Modellen in günstigere oder schnellere Nachfolgemodelle übertragen werden, ohne dass die Originalentwickler daran verdienen oder die Kontrolle über die Anwendung behalten. Für Anthropic bedeutet dies auch einen Verlust der Hoheit über eigene Sicherheits- und Compliance-Investitionen.
Anthropic hat daher die US-Regierung aufgefordert, einen stärkeren politischen und regulatorischen Rahmen zu schaffen, um solche Verstöße gegen Nutzungsbedingungen unterbinden zu können. Damit signalisiert das Unternehmen, dass rechtliche und wirtschaftliche Durchsetzungsmechanismen auf bilateraler Ebene allein nicht ausreichend sein dürften – zumal es sich bei Alibaba um ein Unternehmen mit Sitz in China handelt, wo US-Gesetze schwer durchsetzbar sind.
Quelle: www.golem.de · Erschienen 25. Juni 2026
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