Auf den Punkt: Forscher an der Universität Edinburgh nutzen das KI-System Co-Scientist, um Durchbrüche bei der Behandlung der Lebererkrankung MASH zu erzielen. Das System identifizierte das NLRP3-Inflammasom als Schlüsselmechanismus und beschleunigte damit die Entwicklung neuer Kombinationstherapien erheblich.
An der Universität Edinburgh nutzt Bioingenieurs Filippo Menolascina das KI-System Co-Scientist, um verborgene Zusammenhänge in der medizinischen Fachliteratur aufzudecken und neue Hypothesen für die Behandlung von Lebererkrankungen zu entwickeln.
Die biomedizinische Forschung produziert täglich eine Flut von Informationen, die kein einzelner Wissenschaftler realistische bewältigen kann. Menolasicinas Team konzentriert sich auf die Stoffwechsel-assoziierte Steatohepatitis (MASH), eine weit verbreitete Lebererkrankung. Die Entwicklung von Behandlungen ist besonders komplex, da MASH zahlreiche verflochtene biologische Prozesse umfasst – einschließlich Leberentzündung und Stoffwechsel – weshalb Einzel-Target-Medikamente nicht ausreichend wirken.\n\nDies führt Forscher zu Kombinationstherapien, doch die Anzahl möglicher Medikamentenpaarungen ist überwältigend. Mit Co-Scientist konnte Menolascinas Team die Suche drastisch eingrenzen. Das System synthetisierte Erkenntnisse aus der Leberbiologie und Pharmakologie, identifizierte vielversprechende Mechanismen und zeigte Kandidaten für Kombinationstherapien, die anschließend getestet werden konnten.\n\nIn einem besonders aufschlussreichen Fall beantwortete Co-Scientist die praktische Frage: Warum hilft das Medikament Resmetirom – ein kürzlich zugelassenes Mittel für eine bestimmte MASH-Phase – nur einem kleinen Teil der berechtigten Patienten? Das System entwickelte eine Hypothese, die das NLRP3-Inflammasom als molekulare Brücke identifizierte, die Entzündung und Stoffwechsel in der Krankheit verbindet – eine Verbindung, die zuvor noch nie zu einer einzigen, umsetzbaren Erklärung zusammengefasst worden war. Die später experimentell bestätigte Hypothese könnte den Weg für gezielte Dualtherapien ebnen.