Auf den Punkt: Sonnet 5 kostet nominal gleich wie Sonnet 4.6, benötigt aber durch eine neue Tokenisierung etwa 30 Prozent mehr Tokens pro Input — de facto eine deutliche Preiserhöhung.
Anthropic hat Claude Sonnet 5 freigegeben — ein Modell mit Opus-4.8-Performance zu niedrigeren Listenpreisen. Der zentrale Haken: Eine neue Tokenisierung erhöht den tatsächlichen Durchsatz pro Anfrage je nach Sprache um 28 bis 42 Prozent.
Claude Sonnet 5 bietet eine Leistung, die Opus 4.8 nahekommt, während die Liste-Preise identisch mit Sonnet 4.6 bleiben: $3 pro Million Input-Tokens, $15 pro Million Output-Tokens. Bis zum 31. August gilt ein Einführungsrabatt ($2/$10). Diese Parität täuscht jedoch.
Die neue Tokenisierung in Sonnet 5 verarbeitet dieselbe Eingabe zu etwa 30 Prozent mehr Tokens als Sonnet 4.6. Eine Analyse anhand mehrerer Testdokumente zeigt sprachabhängige Variationen: Das englische Original der Menschenrechtsdeklaration kostet 1,42× mehr Tokens als in Sonnet 4.6 (3.341 vs. 2.356), die spanische Version 1,33× mehr (4.747 vs. 3.572), während Python-Code um 1,27× steigt (56.113 vs. 44.014). Für vereinfachtes Mandarin-Chinesisch fällt der Mehrbedarf minimal aus (1,01×).
Das Modell behält den 1-Million-Token-Kontext und die 128.000-Token-Maximallänge bei Outputs. Adaptive Thinking ist standardmäßig aktiviert, kann aber explizit deaktiviert werden. Die Sampling-Parameter temperature, top_p und top_k werden nicht mehr unterstützt. Tool-Set und Platform-Features entsprechen Sonnet 4.6.
In der System Card begründet Anthropic die fehlende Export-Blockade durch reduzierte Cyber-Fähigkeiten gegenüber Mythos 5 — Sonnet 5 unterliegt denselben Sicherheitsrichtlinien wie Opus 4.7 und 4.8.
Quelle: simonwillison.net · Erschienen 30. Juni 2026
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